Herzlich Willkommen Esther!

Seit Dezember 2025 unterstützt Esther Reichard den BBV als Werkstudentin und übernimmt die Koordination im Bereich Mädchenbasketball. In dieser Funktion wirkt sie an der Weiterentwicklung und Organisation von Maßnahmen zur Förderung des weiblichen Nachwuchses mit.

Wir freuen uns sehr, Esther im Team des BBV begrüßen zu dürfen und wünschen ihr einen guten Start sowie viel Erfolg bei ihren Aufgaben.

Persönliche Vorstellung

Liebe Basketballinteressierten, Vereinsmitglieder, Trainer etc.


Ich bin Esther und neu im BBV Team. Ich selbst bin Basketball begeistert und habe selbst 12 Jahre in Trier,
wo ich auch aufgewachsen bin, gespielt. Seit knapp vier Jahren wohne ich in Berlin und mache gerade
meinen Bachelor in Kommunikationsdesign. Bei meiner Arbeit als Produktionsassistentin für einen Film war
ich auf der Suche nach jungen Spieler*innen und Kontakten, die potenziell Lust hätten, mitzuwirken. In
diesem Zusammenhang bin ich auf die Stellenausschreibung der Mädchenkoordination beim BBV gestoßen.
Schon in diesem Moment war mir klar, dass sich hier eine besondere Chance bietet: meine Begeisterung für
Basketball weiterzugeben und aktiv an der Zukunft des Mädchen- und Frauenbasketballs mitzuwirken.
Basketball hat meine Kindheit und Jugend geprägt wie kaum etwas anderes. Erst kürzlich habe ich mit
Freundinnen und Freunden darüber gesprochen, wie wichtig es für uns war, mit Teamsport aufzuwachsen
und die Werte mitzunehmen, die Basketball vermittelt – Gemeinschaft, Verantwortung und Zusammenhalt.
Gerade in einer Zeit, in der sich das Leben vieler Jugendlicher zunehmend isoliert im Internet abspielt, bietet
Basketball einen wichtigen Raum für Bewegung, Freundschaften und echte soziale Erfahrungen. Ich selbst
wäre vermutlich nie zum Basketball gekommen, hätte es nicht diesen einen engagierten Lehrer gegeben. Er
hat uns buchstäblich „abgefangen“ und zu Schnupperstunden in die Basketball-AG eingeladen. Jedes Kind,
das auch nur ansatzweise interessiert aussah, holte er in die Halle. Mit seiner Begeisterung für den Sport
und durch sein großes Engagement hat er so viele Kinder zum Basketball gebracht – viele seiner damaligen
Schützlinge spielen bis heute.


Kürzlich war ich in Berlin bei einem Panel, bei dem es vor allem um den Frauenbasketball und die
kommende Frauenbasketball-Weltmeisterschaft ging. Während draußen der Hype um den Männerbasketball
und ein anstehendes NBA-Spiel riesig war, haben mich die Beiträge von Marie Reichert und Nyara Sabally,
beide deutsche Nationalspielerinnen, deutlich mehr bewegt. Warum? Zum ersten Mal haben junge Mädchen
sichtbare weibliche Vorbilder, die international in der WNBA konkurrieren und damit ihren Lebensunterhalt
verdienen können. Diese Vorbilder hatte ich früher nicht. Mein Idol war Dirk Nowitzki – ein herausragender
Spieler, aber keine Person, mit der ich mich als Mädchen identifizieren konnte oder die mir gezeigt hätte,
dass man auch als Frau im Basketball eine Karriere einschlagen kann. Stattdessen bekam ich oft zu hören:
„Konzentrier dich lieber nicht zu sehr darauf – als Frau verdient man damit nichts.“


Soweit wie in der WNBA sind wir in Deutschland noch nicht. Aber nur wenige Tage später war ich bei einem
Spiel der Damenbundesliga in Berlin – und auch dort war die Atmosphäre beeindruckend. Knapp
zweitausend Fans, darunter sehr viele junge Mädchen, sorgten für eine tolle Stimmung in der Halle. Da geht
bereits sehr viel. Besonders eindrucksvoll war das Bild nach dem Spiel: Spielerinnen, die von Mädchen um
Autogramme und Selfies gebeten wurden. Genau solche Momente zeigen, welches Potenzial hier bereits
vorhanden ist und wie wichtig sichtbare Vorbilder auch auf nationaler Ebene sind.


Wenn wir heute auf das Jahr 2026 blicken, sehen wir, dass sich etwas verändert hat. Die Frauen-
Weltmeisterschaft in Berlin steht vor der Tür. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass Mädchen aus
Brandenburg nicht nur zuschauen, sondern Teil dieser Bewegung werden. Es liegt an uns, sie dafür zu
begeistern.

Wo stehen wir aktuell in Brandenburg?


Dass wir handeln müssen, zeigen die aktuellen Zahlen der Stimmberechtigungsauswertung (Stand:
31.12.2025) sehr deutlich.


Zunächst die guten Nachrichten:
Wir erleben derzeit einen echten Mini-Boom im jüngsten Bereich. Innerhalb nur eines Jahres ist die Zahl der
jüngsten Spielerinnen von 155 auf 190 Mädchen gestiegen, was ein Zuwachs von fast 27% Prozent ist. Das
ist ein toller Erfolg und zeigt, dass Basketball von den Jüngsten begeistert angenommen wird.


Nun zu den Herausforderungen:
Je älter die Mädchen werden, desto schwieriger ist es, sie im Sport zu halten. Während wir im
Jugendbereich mit 249 Spielerinnen noch eine solide Basis haben, wird die Situation um die U20 kritisch. Hier ist die Zahl von 31 auf nur noch 19 Spielerinnen gesunken. Das entspricht einem Verlust von fast vierzig Prozent innerhalb eines Jahres.

Ich glaube nicht, dass dies daran liegt, dass Mädchen den Sport nicht mögen. Vielmehr liegt es oft daran,
dass es keine reinen Mädchenmannschaften gibt und der Spiel- sowie Wettkampfbetrieb wenig ansprechend
gestaltet ist. Wer möchte schon als einzige Spielerin dauerhaft in einem Jungsteam bleiben, wenn die
Pubertät einsetzt und sich die Dynamiken verändern? Ich selbst hätte unter solchen Bedingungen
möglicherweise auch aufgehört.

Mein Anliegen


Mein Ziel ist es, die bestehenden „Mädchen-Inseln“, die wir bereits haben, zu stärken und gemeinsam mit
den Vereinen und dem Verband herauszufinden, wie wir noch mehr Mädchen erreichen und sie langfristig im
Basketball halten können. So können wir den Mädchen- und Frauenbasketball in Brandenburg nachhaltig
stärken und weiter ausbauen.


Ich blicke sehr gespannt in die Zukunft und bin überzeugt, dass wir mit viel Engagement, Offenheit und einer
guten Zusammenarbeit viel bewegen können. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Basketball für
Mädchen in Brandenburg keine Ausnahme mehr ist, sondern eine Selbstverständlichkeit – und ein sicherer
Raum, in dem sie sich entwickeln und wohlfühlen können.