„Willkommen beim Bundesfinale von Jugend trainiert!“ …

Beitrag von Leonhard Schieck

… Auch in diesem Jahr hallten diese Worte wieder in mir nach und wieder wurde mir schlagartig bewusst, an welch besonderem Ort ich sein darf.

Ich hatte erneut die große Ehre, beim Jugend trainiert-Bundesfinale 2026, vom 05.05.2026 bis zum 08.05.2026, als Schiedsrichter tätig zu sein und das wiederum als einziger nominierter Vertreter des Landesverbandes Brandenburg. Eine Nominierung, die ich keineswegs als selbstverständlich betrachte, sondern mit großem Respekt und Dankbarkeit angenommen habe.

Die Maßnahme wurde in diesem Jahr von Steve Bittner geleitet. Der Auftakt fand am Dienstagabend um 19 Uhr statt. Dort trafen sich alle nominierten Schiedsrichter:innen zum ersten Mal, stellten sich gegenseitig vor und lernten sich kennen. Im Anschluss stellten sich die SR-Coaches vor. So wie letztes Jahr versammelte sich erneut hochkarätiges Personal des deutschen SR-Wesens, welches uns in den kommenden Tagen mit wertvollem Feedback begleiten sollte. Den Abend prägten vor allem theoretischer Input und intensiver Austausch, besonders rund um die Themen der IOT (Individual Officiating Techniques). Den krönenden Abschluss des Auftaktabends bildete natürlich der obligatorische Regeltest.

Am Mittwoch startete ich bereits um 9 Uhr in die Wettkampfkategorie u16 männlich. Leider musste ich feststellen, dass ich noch nicht vollständig bei der Sache war. Das habe ich auch sofort in meinem ersten Feedback gespiegelt bekommen. Die Coaches zeigten mir klar auf, an welchen Punkten ich arbeiten musste. Das war in diesem Moment zwar kein angenehmes Gefühl, aber genau das ist der Wert einer solchen Maßnahme. Man bekommt ehrliches, direktes Feedback, das einen aber weiterbringt. Im weiteren Tagesverlauf leitete ich noch Spiele in der Kategorie u18 weiblich sowie erneut u16 männlich. Insgesamt kam ich auf sechs Spiele an diesem ersten Tag. Am Abend fanden wir uns alle wieder zusammen, um den Tag gemeinsam Revue passieren zu lassen. Die Coaches zeigten uns übergreifende Punkte auf, die bei allen Schiedsrichter:innen noch Verbesserungspotenzial aufwiesen. Nach diesem gemeinsamen Input zog ich mich in die Unterkunft zurück und nahm mir bewusst Zeit, den Tag für mich persönlich zu analysieren. Ich habe mir das klare Ziel gesetzt, am nächsten Tag wieder auf meinem höchsten Niveau zu performen.

Und dieser Plan ging auf. Am Donnerstag startete ich um 10:20 Uhr, wieder mit u18 weiblich und anschließend u16 männlich. Da es dieselben Alterskategorien wie am Vortag waren und teils dieselben Coaches beobachteten, hatte ich die Chance, zu zeigen, dass ich die Hinweise ernst genommen und umgesetzt hatte. Es gelang mir, einen Bundesliga-Schiedsrichter von meiner Leistung zu überzeugen. Die Nominierung für das Halbfinale in der Kategorie u16 männlich war die Belohnung für meine wiedergefundene Performance. Besonders „vorteilhaft” war dabei, dass es sich um ein außerordentlich herausforderndes Spiel handelte mit zweifacher Overtime. Genau in einem solchen Moment kann man zeigen, was man wirklich draufhat. Trotz der schwierigen Bedingungen leitete ich das Spiel mit einem sehr guten Gefühl und Überblick.

Nach dem Schlusspfiff hieß es für meine SR-Kolleg:innen und mich schnell machen. Mit gehöriger Verspätung verließen wir die Halle und mussten uns beeilen, um halbwegs pünktlich beim Abschlussessen dazuzustoßen. Dieses gemeinsame Dinner ist für alle ein besonderer Moment, denn dort werden die Final- und Platz-3-Nominierungen bekanntgegeben. Ich ging mit großer Zufriedenheit in diesen Abend. Allein das gewonnene Feedback und die gemachten Erfahrungen hätten die Maßnahme für mich bereits zu einem vollen Erfolg gemacht. Eine weitere Nominierung hätte ich daher als schönen Bonus betrachtet und keineswegs als Selbstverständlichkeit. Und dann war es so weit: Ich wurde für das Finale in der höchsten Alterskategorie, u18 männlich, nominiert. Für mich war dieser Moment mit Stolz erfüllt. On top kam noch, dass ich dieses besondere Finale gemeinsam mit meinem guten Freund und Berliner SR-Kollegen Jano Petrowski leiten durfte. Damit habe ich meine eigenen Ziele sowie meine Performance aus dem Vorjahr mehr als übertroffen.

Ich bin zutiefst dankbar für diese Erfahrungen und die wertvollen Begegnungen mit Kolleg:innen aus ganz Deutschland. Ein besonderer Dank gebührt unseremLandesschiedsrichterwart, Marko Ulrich, der mir durch die erneute Nominierung sein Vertrauen ausgesprochen hat.

Was ich vor allem mitnehme und gerne an jüngere und heranwachsende Schiedsrichter:innenweitergeben möchte, ist folgendes: Harte Arbeit lohnt sich. Es ist wunderschön zu sehen, was aus einem Hobby erwachsen kann, wenn man konsequent daran arbeitet und dranbleibt. Hätte ich mich vor zwei Jahren gefragt, ob das möglich ist, hätte ich es mir nie erträumt. Alles ist machbar.

Ich freue mich nun auf das Bundesjugendlager im Oktober, zu dem die Final-Schiedsrichter:innen nominiert wurden. Mein nächster Meilenstein auf diesem Weg.