Bericht zum Verbandstag 2017 in Königs Wusterhausen

Am vergangenen Sonnabend (6. Mai) fand in den Räumen der Paul-Dinter-Halle in Königs Wusterhausen der 14. Verbandstag des Brandenburgischen Basketball-Verbandes statt. Von den 28 im Verband versammelten Vereinen traten 21 die Reise in den Landkreis Dahme-Spreewald an. Seit dem Beschluss im vergangenen Jahr findet der Verbandstag nun jährlich statt, damit ein häufigerer Austausch aller Beteiligten möglich ist.

Verband und Vereine als Praxispartner der Fachhochschule

Nach kurzer Begrüßung durch das Präsidium hielt Prof. Dr. Silvester Stahl von der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam einen Vortrag zum Thema „Verband und Vereine als Praxispartner der Fachhochschule.“ Die Vereinsvertreter lauschten den Worten von Prof. Stahl aufmerksam, stellten einige Fragen und es entwickelte sich ein reger Austausch. Das Duale Studium der Fachhochschule sieht vor, dass ein Student die Hälfte der Studienzeit in einem sogenannten Ausbildungsbetrieb ist und den Rest der Zeit an der Universität oder mit selbstständigem Lernen verbringt. Dies ist insofern für einige Vereine interessant, da die Vereine als Ausbildungsbetrieb fungieren können. So wird ab Oktober ein Spieler der Star Wings Glienicke das Studium an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam beginnen und gleichzeitig Aufgaben bei den StarWings übernehmen, da der Verein aus Glienicke den Part als Praxispartner übernimmt. Aber auch der BBV selbst könnte als Partner der Hochschule tätig sein:

Anschließend fanden einige Siegerehrungen statt. So wurde beispielsweise noch die U18 der BG Schwedt für ihren Sieg in der U18-Landesliga männlich und auch das Ü40-Team der Star Wings Glienicke als Landesmeister geehrt.

Berichte und Verbandsarbeit

Danach erklärte BBV-Präsident Rico Witschas erneut, was er unter Verbandsarbeit versteht und was für ihn den Verband ausmacht. Bereits in seinem Bericht im Vorfeld des Verbandstages hatte Witschas beschrieben, dass alle Mitgliedervereine der Verband sind und dieser nicht nur aus dem Präsidium und den Referenten besteht. Daher ist nicht nur der Verband verantwortlich, wenn Probleme oder Anliegen vorgetragen werden. Vielmehr soll es das Ziel sein, dass Vereine untereinander und/oder mit dem Verband Lösungen finden. Deswegen strebte das Präsidium bereits beim Verbandstag des vergangenen Jahres die Bildung von Arbeitsgruppen zu den entsprechenden Anliegen an. Jedoch sind seither noch keine Arbeitsgruppen gebildet worden. Zu den weiteren Berichten der Präsidiumsmitglieder gab es keine weiterführenden Ergänzungen. Die geplante Aussprache zu den Berichten ergab keine Fragen!

Anträge

Dann kam die Zeit der Anträge: Der erste wurde durch das Präsidium eingebracht und beinhaltete die Erhöhung der Spielleitungsgebühren für Schiedsrichter. Die Gründe führte das Präsidiumsmitglied für das Ressort Schiedsrichterwesen Marko Ulrich aus: Zum einen soll mit der Erhöhung der Gebühren ein höherer Anreiz für die Referees geschaffen werden, vor allem auch in der Oberliga zu pfeifen. In der abgelaufenen Saison kam es zu einem Ansetzungsproblem für die höchste Spielklasse des Landes, nachdem einige Unparteiische ihre Laufbahn kurzfristig beendet hatten. Zum anderen soll mit der Erhöhung der Spielleitungsgebühren auch eine Art „Inflationsausgleich“ geschaffen werden, da die letzte Anhebung vor sieben Jahren vorgenommen worden. Bei drei Enthaltungen und drei Gegenstimmen gab es 58 Ja-Stimmen und damit wurde der Antrag angenommen.

Den zweiten Antrag stellte Sebastian Müller, Referent für Traineraus- und weiterbildung. Dabei ging es um die Änderung der Spielordnung und den Wettkampfbestimmungen für die Jugendligen U18 und älter. Beim BBV wurde bisher für diese Jugendligen keine Zonenverteidigung zugelassen – auf überregionaler Ebene ist dies jedoch erlaubt. Damit brandenburgischen Vereinen bei überregionalen Meisterschaften kein Nachteil entsteht, wurde nun die Aufnahme der Ball-Raum-Verteidigung für die U18 und aufwärts beantragt und einstimmig angenommen.

Pokalauslosung

Im Anschluss daran wurde die erste Pokalrunde bei den Frauen und Männern gezogen. Zuvor wurde bekannt gegeben, dass sich der Modus des Wettbewerbs geändert hat. Ab der kommenden Saison 2017/2018 werden ausschließlich Einzelspiele ausgetragen. Deshalb bekamen einige Teams ein Freilos für die zweite Runde. Die Ansetzungen lauten:

Frauen:

SV Woltersdorf – WSG Fürstenwalde

Männer:

Eisenhüttenstädter BV – USV Potsdam III
SV Woltersdorf – BG Lauchhamer
SV Electronic Hohen Neuendorf – WSG Königs Wusterhausen II
SV Woltersdorf II – ASC Red Cocks Frankfurt

Teilnahme von Brandenburger Vereinen im Berliner Spielbetrieb

Unter dem drittletzten Punkt der Tagesordnung wurde über die Teilnahme von Brandenburger Vereinen im Berliner Spielbetrieb debattiert. Ein Problem, das damit zusammenhängt, ist dass dem BBV durch ausschließliche Meldungen in Berlin einerseits talentierte Spieler verloren gehen und andererseits die Anzahl der Teilnehmerausweise stagnieren oder sogar zurückgehen würde. Ein Argument für Brandenburger Vereine ist dabei die größere Leistungsdichte und damit die größere sportliche Herausforderung in den Jugendligen des Berliner Verbandes. Allerdings hat der Berliner Basketballverband für die kommenden Jahre eine Erhöhung der Meldegebühren für Brandenburger Vereine angekündigt. Daher bleibt abzuwarten, ob die Vereine weiterhin an Berliner Spielbetrieb teilnehmen oder sich diesbezüglich etwas verändert. Es wurde auch angeregt, gemeinsam mit dem Verband über mögliche Lösungen zu diskutieren. Dies soll im Rahmen einer Arbeitsgruppe geschehen.

„Sonstiges“: Weiblicher Spielbetrieb und Spielgemeinschaften

Unter Sonstiges wurde erfreulicherweise festgestellt, dass die Anzahl der Meldungen von Mädchenmannschaften zugenommen hat. Im Anschluss wurde darüber diskutiert, wie die genaue Durchführung einer 3×3-Liga aussehen könnte bzw. wie es möglich ist, auch einzelne Mädchen ohne festes Team in den Spielbetrieb zu integrieren. Auch hier bietet sich eine Arbeitsgruppe zur weiteren Diskussion an.

Weiterhin wurde über die Gründung von Spielgemeinschaften, eine eventuelle Verschiebung der Aus- und Weiterbildungen für Schiedsrichter und eine Entzerrung des Spielplans der Jugendligen diskutiert. Den Verbandstag 2017 schloss Präsident Rico Witschas mit einem erneuten Appell an die Teams, dass der Verband ein „Wir“ aus Vereinen, Referenten und Präsidium ist.

Das Präsidum des BBV bedankt sich recht herzlich bei den Red Dragons und der WSG 1981 Königs Wusterhausen für die Hilfer bei der Organisation und die Bereitstellung der Räumlichkeiten.