Schiedsrichterausbildung in Lindow

Für sieben junge Brandenburgische Basketballer hieß es am zweiten Februarwochenende: „Auf nach Lindow!“ Denn dort – am Wutzsee im nördlichen Brandenburg – fand der zweite DBB- Schiedsrichterlehrgang der Lizenzstufe LSE dieser Saison statt. Leider sind nicht noch mehr Interessenten der Einladung der Schiedsrichterkommission gefolgt. Dafür konnten sich die drei Referenten Marko Ulrich, Daniel Taupitz und Mathias Weege aber sehr intensiv um die sieben angehenden Schiedsrichter kümmern. Und es hat sich gelohnt: Alle Teilnehmer haben den Lehrgang erfolgreich absolviert und können nach Erhalt ihrer Lizenz ihre Vereine bei der Absicherung der zugeteilten Ansetzungen unterstützen.

Nach der Begrüßung durch die Referenten und dem gemeinsamen Abendessen wurde das Theoriewissen der Teilnehmer, welches sie in zwei E-Learning-Kursen des DBB erworben haben, geprüft und vertieft. Dabei halfen die vielen Beispielsituationen und die Besprechung der wesentlichen Grundlagen und Regeln.

Der Samstag war geprägt von praxisnahen Übungen in der großen Sporthalle. Angeleitet durch Marko Ulrich und Daniel Taupitz erlernten die Teilnehmer anfangs den Umgang mit der Pfeife und die korrekte Anzeigetechnik. Es wurden die Nummer 0 bis 99 durchgegangen, die verschiedenen Handzeichen für Regelübertretungen, wie etwa Schrittfehler und Doppeldribbling, und zu guter Letzt trainierten die Teilnehmer die Anzeige zum Kampfgericht, die immer nach einer Foulentscheidung folgt. Nach einer kurzen Einheit zu Dribbling und Schrittfehler ging es erst einmal wieder in den Seminarraum. Die präsentierten Themen waren nun Kontaktsituationen und Schiedsrichtertechnik, welche in der Schiedsrichterausbildung eine hohe Priorität haben. Eine gute Schiedsrichtertechnik führt in der Regel dazu, dass man sich als Schiedsrichterteam in eine gute Position zum Spielgeschehen begibt, um damit bessere Kontakt- bzw. Foulentscheidungen treffen zu können. Dadurch steigt dann natürlich auch die Akzeptanz bei allen Spielbeteiligten.

Der Nachmittag war dann wieder geprägt von Übungen in der Halle, die auf den vorangehenden theoretischen Themen aufbauten: Die Teilnehmer trainierten die Laufwege als vorderer und folgender Schiedsrichter und mussten dann auch zeigen, dass sie gute Entscheidungen treffen können. Der Höhepunkt in der Halle waren dann Spiele 3 gegen 3 auf einen Korb. Wer rechnen kann, dürfte feststellen, dass das bei sieben Teilnehmern nicht ganz aufgeht, wenn gleichzeitig zwei Schiedsrichter aktiv sein sollen. Hier sprang der jüngste der drei Referenten ein: Daniel Taupitz tauschte seine Schiedsrichterkluft mit seiner Sportkleidung und zeigte sein spielerisches Können.

Beim anschließenden Abendessen konnten alle ein wenig durchatmen, bevor dann Mathias Weege die Teilnehmer wieder im Seminarraum empfing. In Gruppen erarbeiteten sich die Teilnehmer, wie Schiedsrichter vernünftig vor Spielbeginn auftreten und kommunizieren sowie, was der Sinn und Zweck eines Vorgespräches ist und dessen Inhalte. Am Ende wurden drei verschiedene mögliche Konflikte im Spiel durchgespielt und ausgewertet. Hierbei ging es vor allem darum, wie Schiedsrichter geschickt auf Äußerungen von Spielern, Trainern oder gar Zuschauern reagieren und diese kniffligen Situationen meistern.

 

Am Sonntagvormittag stellte Marko Ulrich das Schiedsrichterwesen in Brandenburg vor: Wie bekommt ein Schiedsrichter seine Spiele? Wieviel Spielleitungsgebühren und Fahrtkosten bekommt er? Und viele Dinge mehr. Dazu besprach er die administrativen Tätigkeiten, die ein Schiedsrichter vor, während und nach einem Spiel zu meistern hat. In der anschließenden Einheit konnten sich die Teilnehmer etwas zurücklehnen, denn Daniel Taupitz zeigte Videos zu Schrittfehlern und Kontakten. Nach einer Pause stand dann der Regeltest an. Nur wer diesen erfolgreich besteht, erhält seine DBB-Schiedsrichterlizenz. Und das haben alle Teilnehmer geschafft! Erleichtert konnten diese dann am Nachmittag noch einmal ihre Schiedsrichterfähigkeiten bei Spielen 3 gegen 3 auf dem ganzen Feld üben und verbessern. Während Daniel Taupitz wieder als Spieler aushalf, gaben Marko Ulrich und Mathias Weege den Schiedsrichtern von der Seite Tipps und Hinweise.

Alle Teilnehmer steigerten sich mit der Zeit und können sich somit auf ihre Schiedsrichterzukunft freuen.

Die Schiedsrichterkommission gratuliert den sieben Neuschiedsrichtern aus den Vereinen SSV Lok Bernau, Mahlower SV, BBC Cottbus und Eisenhütterstädter BV und wünscht allen viel Erfolg bei ihren Spielen!

geschrieben von: Mathias Weege