Hospitation in zwei Präventionsprojekten der SpVgg Roth e.V.

Nach dem Motto „Wer neue Antworten will, muss Fragen stellen.“ (J.W. von Goethe)
begaben wir, zwei duale Studenten des BBV, uns auf die erste Dienstreise in die bayerische Stadt Roth. Für zwei Tage vom 07. bis zum 08.11.2018 hospitierten wir in zwei Projekten der Spielvereinigung Roth e.V., um einen Einblick in die Thematik „Präventionssport in der Grundschule“ zu bekommen.

Unter https://www.spvgg-roth.de/projekte/ ist eine kurze Beschreibung der Projekte zu finden.

Nach mehr als drei Stunden Fahrt begrüßte uns Alex, Präventionstrainer und Student der SpVgg Roth am Bahnhof. Nach einer kleinen Stärkung führte unser Weg in die Grundschule zu den ersten Einheiten „Gecko“ im kommunalen Setting, welches nach dem Schulunterricht ansteht.
Meine ersten Eindrücke in der Schule waren die aufgeweckten Kinder, die schon vor dem Sport voller Begeisterung herumtobten.

Als Anmeldung und Abgabe von Datenschutzerklärungen erledigt waren, begann das Training. Tobias und ich wurden problemlos integriert und halfen Alex bei der Durchführung und Aufbau des Parkour. Im Grunde kamen wir zum Hospitieren, aber in dem Fall hieß es nicht nur Beobachter zu spielen. Wir nahmen aktiv an der Stunde teil, indem wir Hilfestellungen anboten und uns mit den Grundschülern unterhielten. Alle teilnehmenden Schüler zeigten Freude an den angebotenen Spielen und z.B. am Balancieren auf einer rollenden Langbank und konnten sich bereits für wenige Minuten selbst beschäftigen.

Am Abend folgte ein Gespräch mit dem Abteilungsleiter im Bereich Basketball, Andreas Dobler, und den im Projekt involvierten Personen. Eifrig stellten wir Fragen in der geselligen Gesprächsatmosphäre bei fränkischer Kost. Denn wir hatten einige Fragen im Gepäck: Wie sieht Gesundheitsprävention in der Grundschule überhaupt aus und welche Voraussetzungen sollte die Sporthalle erfüllen? Wie wird das Training durchgeführt? Welche organisatorischen Prozesse kommen auf den Verband zu, wenn wir ähnliche Projekte in Brandenburg initiieren? und noch ein paar mehr.

In dem Gespräch lernten wir, wie man Grundschulen zu Präventionsmaßnahmen motiviert und die Schulleitung mittels eines Konzeptes überzeugt.
Außerdem nahmen wir mit, dass Prävention vor allem bedeutet, dass jedes Kind Erfolgserlebnisse sammeln soll. Außerdem zielt das Bewegungsangebot auf die Bedürfnisse und unterschiedliche Ausprägungen der kindlichen motorischen Fähigkeiten ab, sodass jeder sich in seinem Rahmen entwickeln kann.

Der zweite Tag in Roth begann morgens um halb sieben, weil sich das „BIG-Präventionskonzept“ im Setting Grundschule abspielt. BIG bedeutet Bewegungsförderung im Grundschulalter. Diese fand im Rahmen des Schulunterrichts mit einer Lehrerin statt. Die Kinder wanderten von Station zu Station und standen vor verschiedenen Herausforderungen bei denen Gleichgewicht, Ausdauer, Schnellkraft und Teamplay erforderlich waren. Zudem fördert das Konzept die Kreativität, da verschiedene Bälle zur Verfügung stehen oder der Parkour auf unterschiedliche Art und Weise bewältigt werden kann.

Ein Übungsbeispiel aus der Einheit war das Balancieren mit einem Ring auf dem Kopf, über eine Bank zum Kasten bis zum Absprung, mit Wurf zum Korb und der Landung auf einer Weichbodenmatte. (Aufbau siehe Bild)
Diese Übung war anspruchsvoll, die Mädchen waren beim Springen eher ängstlich, die Jungen übermotiviert. Dennoch freuten sich alle über den Spaß an der Bewegung.

Mit Nürnberger Lebkuchen, positiven Erlebnissen und den Kopf voller Trainingsideen fuhren wir dann nach Hause. Der Anfang unserer Kooperation mit der SpVgg Roth ist geglückt und wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die tolle Betreuung durch die dualen Studenten Alex und Julian, sowie Michelle und Andreas.